Seit über 30 Jahren verbringe ich mit meiner Familie die Sommerferien in unserem Ferienhaus am See und genieße dabei immer wieder den Ausblick. Vom Bootssteg aus konnte man diese wunderschöne Eiche sehen, die direkt am Rand des Nachbargrundstücks wuchs. Als der Baum im Laufe der Jahre immer größer und höher wurde, bemerkte ich ihn umso genauer und dachte mir: ‘Diese Szene muss ich unbedingt malen!’

Vor ein paar Jahren saß ich auf dem Steg und betrachtete die Eiche. Das Wasser spiegelte noch immer die ganze Landzunge wider, und das war der Moment. Ich machte an diesem Tag mehrere Fotos aus verschiedenen Winkeln, aber letztendlich war es nur dieser eine großartige Platz vom Steg aus.

Ausgewählte Aquarellpalette:

Zeichnen der Ansicht

Ich nutzte das Rastersystem, um das Foto auf ein ganzes Blatt Aquarellpapier zu vergrößern. Ich verbrachte einen ganzen Tag damit, die Zeichnung perfekt hinzubekommen. Mein Hauptaugenmerk lag darauf, all die Lücken im Blätterdach des Baumes so einzuzeichnen, dass man den Himmel dahinter sehen kann. Ein weiteres wichtiges Element war die Darstellung der Spiegelungen des Baumes und des Bootsstegs im Wasser.

Den Himmel und den Hintergrund bemalen und die Hauptmerkmale ausblenden

Für einige der größeren Flächen Klebeband verwenden und DANIEL SMITH Maskierungsflüssigkeit Um kleinere Bereiche zu kaschieren, übermalte ich den Bootssteg und die Stegpfähle, das Ufer und das Haus oberhalb der Eiche. Den Himmel malte ich mit Himmelblau, das ich sanft mit einem Hauch Opernrosa und schließlich einem Hauch Hansagelb Mittel am Horizont verblendete. Anschließend malte ich mit einer kühlen blaugrünen Mischung die fernen Hügel jenseits des Sees.

Wasserspiegelungen

Mithilfe der Maskierflüssigkeit und den zuvor vorgezeichneten horizontalen Linien der Spiegelungen habe ich das weiße Papier an den Stellen freigehalten, an denen ich die hellsten Wasserwerte erzielen wollte. Für die lange, vertikale linke Kante der Spiegelung verwendete ich eine Kombination aus Maskierband und Maskierflüssigkeit. Anschließend begann ich mit einem flachen, 2,5 cm breiten Zobelhaarpinsel zu malen und achtete dabei stets darauf, Wasserspiegelungen dunkler als das gespiegelte Objekt darzustellen.

Ich male das Wasser üblicherweise in zwei Schritten: Zuerst die dunkelsten Töne, lasse sie trocknen, entferne dann die Maskierung und trage schließlich schnell einen helleren Blauton direkt über die eben gemalten dunkleren Töne auf. Anschließend tupfe ich vorsichtig die Farben des Stegs, die sich im Wasser spiegeln, ein. Danach maskiere ich die kleinen und größeren durchsichtigen Löcher in den Bäumen. Auch das weiße Haus hinter den Bäumen auf der rechten Seite habe ich maskiert. Dieser Vorgang dauerte bestimmt über eine Stunde, da ich mit dem Farbapplikator und den transparenten Kunststoffspitzen viele kleine Punkte gesetzt habe.

Laub

Ich deckte die fertigen Wasserflächen mit Papier ab, da ich wusste, dass ich darüber noch eine Weile arbeiten würde. Anschließend trug ich das Laubwerk und verschiedene Grüntöne auf, wobei ich die hellsten warmen Grüntöne jeweils oben links in den Baumgruppen verwendete. Tiefes Saftgrün ist die beste Grundfarbe für Bäume, die ich je benutzt habe! Für hellere Bereiche verwendete ich außerdem reichlich Serpentine Genuine. In die Schattenbereiche der Laubgruppen mische ich gerne Phthaloblau. Nachdem der Großteil des Laubwerks fertig war, malte ich die Stämme, Äste und einige einzelne Blätter mit einem feinen Zobelhaarpinsel (#4).

Letzte Schritte

Ich habe alle Baumkronen, Stämme und Äste fertiggestellt, gewartet, bis alles vollständig getrocknet war, und dann die Maskierflüssigkeit entfernt, um die Hunderte von Löchern freizulegen, durch die die Himmelsfarbe zwischen den Bäumen hindurchschimmerte. Sogar der kleine Stuhl mit der Angelrute an der gegenüberliegenden Ufermauer war nun sichtbar. Falls es zu viele Löcher sind, können Sie diese einfach übermalen. Im letzten Schritt werden alle Klebebänder entfernt und der Bootssteg, das abgedeckte Boot und die Ufermauer bemalt.