Die Wahl komplementärer Farben kann ein Gemälde deutlich aufwerten und die Farben zum Leuchten bringen. In dieser kleinen Studie habe ich Gelb seiner Komplementärfarbe (Blau) gegenübergestellt, um die Zitronen vor dem Hintergrund besonders leuchtend wirken zu lassen.
Ich habe folgende Farben verwendet:
• Hansagelbes Licht
• Ultramarinblau
• Hansagelb
• Kobaltblau
• Französisch Ultramarin
• Chinacridon Rose
Nachdem ich meine Zitronen und Tücher sorgfältig an einem Nordfenster arrangiert hatte, fertigte ich eine Wertskizze im Kreditkartenformat an. Durch Zusammenkneifen der Augen konnte ich die verschiedenen Tonwerte besser erkennen. Meine Stillleben-Komposition zeichnete ich maßstabsgetreu auf Skizzenpapier und übertrug sie anschließend mithilfe eines Leuchttisches auf mein Aquarellpapier.
Als Nächstes füllte ich drei separate Farbschalen – mit Blau-, Gelb- und Grautönen. Die Grautöne mischte ich aus Kobaltblau, Chinacridonrosa und Hansagelb hell. In jede Schale gab ich etwa einen Teelöffel Wasser. Ein saugfähiges Baumwolltuch, das etwas größer als mein Blatt Papier war, legte ich auf eine ebene Fläche daneben.



Ich befeuchtete mein Papier von beiden Seiten gründlich und legte es auf eine glatte Plexiglasplatte. Die Ränder befeuchtete ich erneut. Man muss schnell arbeiten, bevor der Glanz der Papieroberfläche verschwindet. Ich tupfte die Schatten und blauen Streifen oben links auf das Papier und legte dann die blaue Untermalung für die Zitronenpresse auf den einfarbig blauen Stoff. Nachdem ich sichergestellt hatte, dass das Papier noch glänzte, fügte ich mit meiner Graumischung die Schatten und Schlagschatten der Zitronen hinzu. Anschließend legte ich das feuchte Papier schnell auf ein flaches Handtuch, um ein Verlaufen der Farbe an den Rändern zu vermeiden.
Wäre der Glanz vor dem Schattieren verschwunden, hätte ich das Papier gründlich trocknen müssen, damit die Farbe fixiert, und es anschließend wieder anfeuchten müssen, um Wasserflecken zu vermeiden. Mit diesem Verfahren könnte ich auch die Tonwerte neu festlegen. Es ist wichtig, die Tonwerte in diesem Vorbereitungsstadium korrekt anzugeben, damit der nächste Schritt zum Kinderspiel wird.
Nachdem das Papier vollständig getrocknet war, habe ich mit einem Bambusstift mehrere Punkte Maskierflüssigkeit auf die blaue Farbe der Zitronenpresse aufgetragen, um die weißen Glanzlichter zu erhalten. Anschließend legte ich das Papier mit dem Baumwolltuch zurück auf meine Plexiglasplatte. Bevor ich die gelbe Farbe jeder Zitrone auftrug, gab ich einen Tropfen klares Wasser für die Glanzlichter darauf. Ich befeuchtete das blaue Tuch abschnittsweise erneut und träufelte die erste Schicht blauer Farbe darauf. Gelegentlich nahm ich mit einem feuchten Zobelhaarpinsel Farbe ab. Die Zitrone neben dem Messer ließ ich in der Abbildung unbemalt, um die Abfolge der Malschritte zu verdeutlichen.
Ich studierte mein Setup sorgfältig und bearbeitete jeden kleinen Bereich einzeln. Für weiche Kanten achtete ich darauf, dass die Farbe von klarem Wasser umgeben war, damit sie verlaufen konnte. Für harte Kanten malte ich auf trockenem Papier. Manchmal drehte ich das Bild um, um die darunterliegenden Formen besser zu erkennen. Zum Schluss fügte ich die dunklen Akzente und Details hinzu.





