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“Ich erlebe Kunst, und insbesondere Aquarellmalerei, als tägliche Praxis. Ich male sowohl im Atelier als auch im Freien, weil meine direkte Beziehung zur Realität ein grundlegender Bestandteil meines kreativen Prozesses ist.“.
Im Laufe der Jahre habe ich eine persönliche künstlerische Forschung entwickelt, die sich vor allem auf den urbanen Raum, Bewegung und die Energie einer Szene konzentriert. Ich habe mehrere Einzelausstellungen veranstaltet und an zahlreichen Gruppenausstellungen teilgenommen.
Ich bin Mitglied des Kulturvereins der Aquarellkünstler Acquafirenze und habe 2023 Acquapisa gegründet, eine Gruppe, mit der ich Stadtskizzen-Ausflüge und Aktivitäten rund um die Aquarellmalerei organisiere. Diese Erfahrung ermöglicht mir, eine direkte Verbindung zum Ort und zu den Menschen zu pflegen und eine Praxis zu teilen, die ich vor allem als eine Art des Beobachtens betrachte.
Neben meiner künstlerischen Tätigkeit unterrichte ich auch Aquarellmalerei, sowohl in Präsenz- als auch in Online-Kursen. Für mich ist das Unterrichten eine natürliche Erweiterung meiner künstlerischen Arbeit: Es bedeutet, nicht nur Werkzeuge und Techniken weiterzugeben, sondern vor allem eine Art des Sehens, eine Art, das Beobachtete auszuwählen und das Gesehene in ein Bild zu verwandeln.
Meine künstlerische Forschung entspringt meinem Interesse an der Dynamik von Szenen und Handlungen. Ich fühle mich zur Stadt hingezogen, wenn sie lebendig ist und sich ständig verändert: Menschen, Architektur, Fahrzeuge, sich überlagernde Formen, Bewegung und all jene Elemente, die die Komplexität des Alltagslebens ausmachen.
In diesem Sinne fühle ich mich mit bestimmten Ideen des Futurismus verbunden, insbesondere mit seinem Interesse an Bewegung, Energie und der Darstellung der Realität als etwas sich ständig Entwickelndes.
Doch meine Forschung beschränkt sich nicht allein auf die Malerei. Auch die Musik spielt eine wichtige Rolle. Ich glaube, dass jeder Ort seinen eigenen Klang, seinen eigenen Rhythmus hat. Eine Straße, ein Platz, eine Stadtlandschaft – sie alle besitzen ihre eigene Musikalität, und mit Aquarellfarben versuche ich, diese Wahrnehmung in Farbe und Gestik zu übersetzen.
Aquarell ist mit seiner Transparenz, Unmittelbarkeit und Unberechenbarkeit für mich ein besonders ausdrucksstarkes Medium für diese Art von Forschung. Durch Farbschichten, Gestik und die physischen Eigenschaften des Mediums versuche ich, nicht nur das Gesehene, sondern auch die Energie und Atmosphäre eines Ortes zu vermitteln.
Meine Arbeitsweise bewegt sich ständig zwischen Kontrolle und Freiheit. Ich lasse dem Aquarell eine gewisse Unvorhersehbarkeit, greife aber gleichzeitig ein, um den Prozess auf dem Papier zu lenken. Mich interessiert besonders diese Spannung: Ausgehend von einer komplexen, dynamischen und oft chaotischen Realität suche ich allmählich nach einem Gleichgewicht.
Wenn ich einen Ort male, geht es mir letztendlich nicht einfach nur darum, ihn darzustellen.
Ich versuche, seinen Rhythmus, seine Energie und seine Atmosphäre einzufangen.
Mich interessiert jener Punkt, an dem die Landschaft noch erkennbar ist, sich aber gleichzeitig in eine persönlichere Wahrnehmung verwandelt. Dort wird Farbe zu Bewegung, Geste zu Rhythmus, und Aquarell wird gewissermaßen zum Klang des Ortes, den ich betrachte.”










